Geschichte

Geboren 1976 und aufgewachsen bin ich in Ebersbach/Sachsen in mitten der schönen Oberlausitz, damals noch in der DDR. Erste Erfahrungen sammelte ich in der Arbeitsgemeinschaft “Elektronik” mit dem Bausatz-Computer Z1013. Später in der Schule, speziell im Physikunterricht, mit dem KC 85/2 im programmieren von anschaulichen Simulatoren für physikalische Themen. Als Beispiel Flugparabeln von Objekten mit vorgegebenem Winkel und Kraft. Das Fach “Informatik” später an anderen KC-Geräten mit dem unvergessenem Kassetten-Recorder als Massenspeicher. Zum Ende hin an PC’s mit 286′er und 386′er CPU’s mit den Programmiersprachen PASCAL und BASIC. Zu Hause der unvermeidliche C64 mit Diskettenlaufwerk, Datasette und natürlich dem Final-Cartridge III. Es folgte direkt ein damals extrem fortschrittlicher 486′er SX-25 von Vobis, sogar im Colani-Desktop. Unglaubliche 4MB Speicher und eine damals unendlich große 5,25″ Festplatte mit 80MB.

Nach dem Abitur das Studium der Informatik an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen in Zittau bzw. der Studiengang Allgemeine Informatik in Görlitz. Während dessen Upgrades zu 486′er DX-40 und den AMD CPU’s DX4-120. Während des Stidium gab es ersten Kontakt mit dem Internet. Auf IBM AS/500 Maschinen mit RISC-Prozessoren wurde erstmals ein Browser bedient und das damals noch leere Internet nach sinnvollem Inhalt abgesucht. Im Studium erforlgte die Ausbildung mit PASCAL, C/C++ und der seinerzeit neuen Sprache Java. PHP3 war brandneu und Netscape Gold der Browser der Wahl. Die erste Homepage war voll mit animierten Gif’s und Baustellen-Zeichen. Die URL war eine klassische Adresse der damals verbreiteten Form: Ein Verzeichnis im Profil wurde hinter einer Tilde ~ an die Domain der Hochschule gehangen. Domains waren sicher zu dieser Zeit kostenlos. Das Internet bestand nur aus Webseiten von Universitäten und einigen kommerziellen Seiten großer Computerhersteller. Der erste Nutzername an der Hochschule setzte sich aus dem ersten Buchstaben des Vornamen und dem Nachnamen zusammen. In meinem Falle “tbaer”. Dies sollte später auch die erste eigene Domain werden und geht ab September 2011 als Bezeichnung für mein kleines 1-Mann-Unternehmen in die Geschichte der Informationstechnik ein. 17 Jahre nach der ersten Vergabe durch einen Betreuer an der Hochschule, etwa 25 Jahre nach dem ersten Kontakt mit Computern ist dies ein wichtiger Schritt.

Nach dem Studium gab es einen Zivildienst und danach eine New-Economy-Blase. Im Jahre 2000, mitten rein stach der Berufsanfänger Thomas. In Dresden, der Hauptstadt des Freistaates Sachsen sollte nun die neue Wirkungstätte sein. Am 12.6.2000 in einem lustigen Kostüm mit der Frau Klein und dem Herrn Topf ging es nach München. Eine Aufstrebende Firma namens “hybris GmbH” hatte ein Projekt bekommen. Die Dresdner Niederlassung dieses Unternehmens war gefordert einen Online-Shop für den Österreicher Sporthändler “Blue Tomato” zu erstellen. Zu einem ersten Meeting ging es nun nach München. Die folgenden Monate waren geprägt von einem Tool namens “Import-Export-Tool” und dem Versuch, die Daten der Warenwirtschaft “Deniba” von einer Firma namens EPROM in das Visual Basic Backend des sagenhaften Hybris-Shop 2.0 zu bringen. Am Ende sollte dies gelingen und Fragmente der damals ausgedachten Dinge machen den Betroffenen heute noch das Leben schwer. Der Onlineshop ging letzten Endes im Jahre 2001 zur Winter-Saison online, der Abgleich der Warenwirtschaftsdaten funktionierte leidlich über einige Jahre und der Aufstieg von Blue-Tomato zu einem bedeutenden Händler Europas begann. Die Firma hybris litt unter den Folgen der geplatzten DotCom-Blase und ich verlies das Unternehmen.

Nach einem kurzem Gastspiel im großen Unternehmen Saxonia Systems AG in Dresden ging es weiter zu einem kleinen Beratungsunternehmen “Inno Consult” heute bekannt als “Dr. Benölken Unternehmensberatung“. Den strategischen Beratungsansatz mit geeigneter Software zu unterstützen lautete die Aufgabe. Dieser ging ich zwischen 2002 und 2004 nach. Als Chef einer kleinen Bande von Entwicklern gelangen große Stücken Software für die Bewertung von Privat- und Firmen-Kunden von Volksbanken und Sparkassen. Vornehmlich im Raum um Münster wird diese Software vielleicht sogar heute noch verwendet.

Nach diesen Jahren zogen verschiedene Gründe mich nach Berlin. Der dicken Stadt mit dem dickem B. Hier sollte in den Jahren 2005 bis 2007 meine Wirkungsstätte bei einem winzigen Unternehmen liegen, welches aus der Not gegründet war und wo die Verantwortung über eine Software in meiner Hand lag, die mir vom Thema her vollkommen fremd war. Es ging um eine Abrechnungs-Software für Psychotherapeuten. Eine Desktop-Anwendung in Java geschrieben, von einer Firma aus Dresden, später gewartet von einer Firma aus Braunschweig. Von dieser aufgegeben, wegen Unwartbarkeit und wenig Aussicht auf Erfolg und Verbreitung. Hier sprang ich ganz allein ins kalte Wasser und nahm mich dieser Software an. In den Jahren wurde der Code entrümpelt und die Wartung übernommen. Updates und Support für die Kunden optimiert. Hier kam zum ersten Mal ein Computer des Herstellers Apple in Sicht. Ein iMac mit G3 CPU und 15″ Display im klassischen Lampen-Design! Ein iBook war ebenfalls da. Aus dem Psychologen Herrn Hertel und dem Programmierer Herrn Bär ist inzwischen ein funktionierendes Unternehmen mit unglaublich vielen Kunden geworden. Sicher zum Teil dem komplett neuem Programm “Epikur 3” zu verdanken, welches ich am Ende meiner Beschäftigung dort entstehen sah und dessen Grund-Konzepte anfangs von mir ersonnen waren. Hier ist soviel weiter gegangen, es ist unglaublich.

Während der Berliner Zeit klingelte das Telefon und die alten Kontakte aus Österreich gaben sich zu erkennen. Durch die Jahre hatte ich nicht gezögert, mit Tips und nächtlichen Einsätzen den Jungs von Blue Tomato zu helfen. Nun war die Zeit reif und das Unternehmen bereit für einen eigenen IT-Mann. Der sollte ich sein. Im März 2007 begann ich wieder zu meinen Wuzeln zurück zu kehren. Dem eCommerce, der Handel mit Waren im Internet. Ich lebte 2 Jahre geteilt in Berlin und in Schladming, in der Steiermark inmitten von hohen Bergen. Als Nerd in einem denkbar feindlichen Umfeld für Tastenklopfer mussten einige Gewohnheiten und Ansichten fallen gelassen werden. 2008 ein größeres Projekt. Eine Überarbeitung des Shop-Systems. Während meines Schaffens im Tal legte der Sporthändler ein unglaubliches Wachstum hin, welches auch die Themen immer weiter wachsen lies. Immer mehr Tools, immer mehr externe Komponenten. In den Rechenzentren immer mehr Server. Damit gingen auch wachsende Verantwortung einher. In der Zeit gingen alle Windows-PCs von mir und nur noch Mac’s standen in der Gegend.

Nach 2 Jahren zog ich mit Sack und Pack von der 3,3 Millionen Metropole die scheinbar nie schläft ins kleine 5000 Seelen Dorf in dem Alpen. Hier endete der Aufenthalt als “Dauergast” im Praktikanten-Haus und eine Wohnung am Hauptplatz war bezogen. Nach einem weiteren Jahr stand 2010 die Entscheidung an: In Schladming bleiben, nach Graz ziehen oder ganz was anders. Die Logistik und die IT wurde verlegt, Schladming bot keinen Platz mehr. Ich entschied mich für eine ganz andere Sache. Ich ging zurück nach Dresden. Bei der Agentur und Softwareschmiede tyclipso.net sollte mein Schreibtisch stehen. Das tat er auch für ein Jahr. Nun passten leider meine Erfahrungen und Kenntnisse nicht mit der Kundenstruktur zusammen und ich entschied 2011 mein eigener Chef zu werden.